Diese Woche machte eines deutlich: Die Art und Weise, wie wir auf KI zugreifen, sie besitzen und einsetzen, wird neu geschrieben. Anthropic stellte Claude Fable 5 - sein leistungsfähigstes öffentliches Modell - weltweit wieder bereit, nachdem die US-Regierung die Exportkontrollen aufgehoben hatte. Ab dem 7. Juli wechselt das Modell zu einer nutzungsbasierten Abrechnung: Statt einer Pauschale zahlt man künftig für jede Anfrage, die über das Limit des Tarifs hinausgeht. Gleichzeitig startete das Unternehmen Claude Science, eine Forschungsplattform mit über 60 wissenschaftlichen Datenbanken und einem Agenten zur Prüfung von Quellenangaben, und machte das günstigere Sonnet 5 zum neuen Standardmodell - für 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token.
Microsoft wählte einen anderen Weg zum Thema Eigentum und stellte die Microsoft Frontier Company vor - eine neue Einheit, die 2,5 Milliarden US-Dollar und rund 6.000 Ingenieure bereitstellt, um direkt in Unternehmen wie die London Stock Exchange Group, Unilever und Accenture eingebettet zu werden und dort KI-Systeme mitzugestalten, die diesen Firmen vollständig gehören. Kunden können darunter jedes beliebige Modell betreiben - von OpenAI bis Open Source - und Microsoft verspricht, ihre Daten nicht zum Training eigener Modelle zu nutzen. Unterdessen erreichte die physische KI die Fabrikhalle: Figures Humanoid der dritten Generation, F.03, traf im BMW-Werk Spartanburg ein, um die Teilesequenzierung zu übernehmen - nach dem Vorgänger, der die Produktion von über 30.000 X3 unterstützt hatte.
Max' Meinung
Ab dem 7. Juli erleben wir den Aufstieg der gemessenen Intelligenz. Statt in Ihrem Monatsabo enthalten zu sein, zahlen Sie für jede Frage, die Sie an Fable 5 stellen - was einen echten Vorteil für diejenigen schafft, die es sich leisten können, das beste Modell frei zu nutzen. Nachdem ich Fable 5 selbst verwendet habe, ist es nicht so beängstigend, wie die Schlagzeilen vermuten lassen; von AGI sind wir noch ein gutes Stück entfernt, und der Vorsprung gegenüber Opus 4.8 ist vorerst gering. Doch mit immer intelligenteren Modellen wird dieser Abstand wachsen - und damit auch die Kluft zwischen Nutzern eines Basistarifs und jenen, die pro Anfrage zahlen. Ob eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht oder der Wettbewerb die Kosten für Intelligenz weiter senkt, bleibt abzuwarten.


